Review: Samsung Gear S3 classic im Detail ausprobiert

Review: Samsung Gear S3 classic im Detail ausprobiert

1228
9

Samsung stellte genau dieses Jahr am 31. August auf einem Event im Rahmen der Internationalen Funkausstellung in Berlin im Tempodrom die lang ersehnte Gear S3 classic und Gear S3 Frontier vor. Etwa zwei Monate später, Ende Oktober startete Samsung die Möglichkeit der Vorbestellung, ehe man die Gear S3 dann am 18. November endlich verschickte. Selbstverständlich hab ich mir auch eine Gear S3 classic gegönnt und diese dann am 17. November erhalten. Grund genug also, Euch mal die neue, edle Smartwatch in einem Review näher zu bringen. Anfangen wollen wir wie gewohnt mit den technischen Daten.

Die Spezifikationen der Gear S3 im Überblick

  • 1,3″ großes Full color AoD Display mit einer Auflösung von 360 x 360 pixeln
  • Gorilla Glass SR+ (speziell von Corning für Smartwatches entwickelt)
  • 768 MB Arbeitsspeicher
  • 4 GB interner Speicher
  • Wireless Charging
  • Gyroskop
  • Beschleunigungssensor
  • Pulssensor
  • 380 mAh Akku (Laufzeit laut Samsung von circa 4 Tagen)
  • Tizen OS 2.3.2.0
  • Exynos 7270 Dual Core Prozessor mit einer Taktung von 1 GHz
  • LTE mit integrierter SIM
  • Bluetototh 4.2
  • Mikrofon, Lautsprecher
  • IP68 Zertifiziert
  • gefertigt aus 316L Stahl
  • MIL-STD-810G (nur bei Gear S3 Frontier)
  • Abmessungen von 46 x 49 x 12.9 (62 g) (Frontier)
  • Abmessungen von 46 x 49 x 12.9 (57 g) (classic)

Verpackung und Lieferumfang

Weitermachen wollen wir unser Review mit der Verpackung und dem Lieferumfang, der vorab gesagt nicht wirklich spannend ist. Die Verpackung hat Samsung edel gestaltet. Denn der Schriftzug „Samsung Gear S3 classic“ wurde auf einen reflektierenden Hintergrund gesetzt, der in der Realität echt was hermacht. Ansonsten verwendet Samsung wie gewohnt Soja Tinte. Desweiteren ist die Verpackung wieder rund, und echt hochwertig.

Im Lieferumfang ist neben der Gear S3 classic auch die induktive Ladestation, ein Leder -Ersatzarmband in der Größe S und ein Quick Start Guide, den wahrscheinlich eh keiner liest, vorhanden.

 

Haptik und Verarbeitung der Gear S3 classic

Bei der Haptik und der Verarbeitung lässt Samsung meiner Meinung nach keine Wünsche offen. Man merkt richtig, das es sich wirklich um 316L Stahl handelt. Auch beim tragen während dem joggen oder der normalen Alltagsbewältigung stört die Gear S3 keines Wegs. Man wird sogar unterwegs angesprochen, da die Smartwatch einfach ins Auge fällt. Bei meinem Modell bemerkt man keine unterschiedlichen Spaltmaße oder sonstiges. Einfach eine perfekt verarbeitete Uhr.

Design der Gear S3 classic 

Als ich genau vor einem Jahr die Gear S2 classic erworben habe, und diese immer noch besitze, dachte ich mir „Wow, was für eine edle – und mit Verlaub – geile Smartwatch“. Doch dann kam die Gear S3 classic und meine Einsicht, das es doch noch edler und besser geht als die Gear S2 classic. Mit der Samsung Gear S3 classic hat Samsung die Uhr etwas vergrößert, so dass sie noch mehr einer richtigen Uhr ähnelt, und das Design noch edler gestaltet.

Das ganze fängt bereits beim Gehäuse an. Denn das Gehäuse ist aus 316L Stahl gefertigt und wurde anschließend auf der Oberseite hochglanzpoliert, und auf den Seiten etwas matter gestaltet und etwas gebürstet, so das ein wirklich guter Effekt entsteht. Die Lünette ist auch gebürstet worden und auch ein weniger matter als der Rest der Oberseite. Desweiteren hat man die „Zacken“ der Lünette deutlich feiner herausgearbeitet und nicht so grob belassen wie bei der Gear S2 classic. Auch die Home- sowie die Zurück-Taste hat man deutlich besser und edler herausgearbeitet. Diese sehen nun wirklich aus wie bei einer richtigen Uhr. Zum krönenden Abschluss hat man dann noch die Möglichkeit geschaffen, wie schon bei der Gear S2 die Armbänder auszuwechseln. Lediglich die Breite ist von 20 mm bei der Gear S2 auf 22 mm bei der Gear S3 angewachsen. Als kleines Gimmick hat Samsung auf der linken Seite sogar wieder einen Lautsprecher verbaut, welcher sich beim Klang durchaus sehen lassen kann und ausreichend ist.

Gorilla Glass SR+ Display: Was ist das?

Das Gorilla Glass S+ hat Cornign extra für Smartwatches entwickelt, um endlich dem Saphirglas Display paroli zu bieten und eine ebenbürtige Alternative zu besitzen. Nach Angaben des Herstellers ist man was die Widerstandsfähigkeit gegenüber Kratzern betrifft mit Saphirglas auf gleicher Ebene. Schaut man sich die Lichtdurchlässigkeit an, soll Gorilla Glass SR+ sogar etwas besser sein, wodurch das Bild des  Displays etwas besser beim User ankommen sollte. Desweiteren sei bei der Produktion auf eine geringe Reflektion geachtet worden. So soll es bei direkter Sonneneinstrahlung eine um 25% geringere Lichtreflexion geben. Was ich auch bestätigen kann. Ich habe mal die Gear S2 und die Gear S3 zusammen ins Sonnenlicht gehalten, und konnte tatsächlich eine geringere Reflexion bei der Gear S3 feststellen.

Einen Nachteil hat das Gorilla Glass SR+ aber. Denn gegen Stürze oder Stöße ist das Glass nicht gerade bruchsicher. Das sollte aber kein Problem sein, da es bei Smartwatches eher das Problem des Zerkratzens gibt.

Die Software im Gesamtüberblick

Ja, auch die Software hat Samsung etwas verbessert. Die Bedienung geht meiner Meinung nach etwas schneller vonstatten, was nicht allein durch die Software begünstigt ist, sondern auch durch den neuen Exynos 7270 Dual Core Prozessor mit einer Taktung von 1 GHz geschuldet ist. Ansonsten hat sich die Bedienung im Gegensatz zur Gear S2 eigentlich nicht geändert. Denn diese erfolgt immer noch durch Touchbedienung oder durch drehen der Lünette. Lediglich das Always On Display wurde etwas verbessert. Denn das AoD beherrscht nun auch die Anzeige der vollen Farben, und sieht dadurch etwas besser aus als vorher.

Ansonsten lassen sich auch auf Benachrichtigungen wie SMS und Whats App direkt von der Smartwatch aus antworten. Auch die Musik, lässt sich bei aktiver Bluetooth Verbindung und abspielen der Musik auf dem Smartphone direkt auf der Uhr einen Titel weitergehen. Auch die Lautstärke kann man so einstellen. Selbstverständlich könnt ihr Euch mit Hilfe des Samsung Gear Manager auch Musik auf die Gear S3 verschieben, so das ihr die Smartwatch autark als MP3 Player nutzen könnt.

Desweiteren sind auch wieder viele Watchfaces vorinstalliert, welche ihr nutzen könnt. Ihr könnt aber auch aus den Samsung Gear Apps weitere Watchfaces und Apps installieren. Die Watchfaces sind aber meist kostenpflichtig. Dafür sehen sie aber sehr gut aus.

Samsung Gear Manager im Detail und Kompatibilität der Gear S3

Um die Samsung Gear S3 nutzen zu können, braucht ihr zwangsläufig die Samsung Gear Manager App aus dem Play Store oder den Samsung Galaxy Apps. In der App werdet ihr dann Schritt für Schritt mit der Ersteinrichtung vertraut gemacht. Unter anderem müsst ihr ein paar Hacken bezüglich der Datenschutzrichtlinien und der AGBs setzen. Im späteren Verlauf werdet ihr auch nach den Benachrichtigungen der Apps gefragt, welche ihr gerne auf der Gear S3 haben wollt. Ist alles eingerichtet, müsst ihr ein kleines Tutorial auf der Gear S3 abschließen. Danach könnt ihr die Smartwatch komplett nutzen.

Ist die Samsung Gear App eingerichtet, seht ihr eine Übersichtsseite, auf der ihr aller Hand Infos zur Gear seht. Unter anderem seht ihr den verbleibenden Akkustand und die geschätzte Zeit die ihr die Gear S3 noch nutzen könnt. Außerdem werdet ihr über den verbleibenden interner Speicherplatz und die RAM Auslastung, also die Auslastung des Arbeitsspeicher informiert. Desweiteren werden Euch Ziffernblätter und Apps vorgeschlagen.

Geht man dann in die Einstellungsübersicht im Gear Manager über, so findet man sämtliche Einstellungen vor. Hier kann man die Ziffernblätter wechseln, die Benachrichtigungen der Apps nachjustieren, die Apps auf der Gear S3 neu anordnen, Inhalte wie Musik und Fotos an die Gear senden, Senden von SOS-Anfragen einrichten, die Gear bei Verlust wiederfinden bzw. orten lassen, Schnellantworten einrichten die man bei einem verpassten Anruf oder ähnlichen wählen kann, S Health, die Samsung Galaxy Apps bzw. die Gear Apps, die Software der Gear S3 aktualisieren und sich Infos zum Gear Manager aufrufen.

Kompatibilität der Gear S3 im allgemeinen

Schon bei der Gear S2 hat Samsung die Möglichkeit geschaffen die Smartwatch auch mit Smartphones zu verwenden, die nicht von Samsung stammen. Genau das gleiche Prinzip hat Samsung bei der Gear S3 beibehalten. So sind sowohl die Gear S3 classic als auch die Gear S3 Frontier mit Android Smartphones die mindestens die Android Version 4.4 oder besser, und mindestens 1,5 GB RAM oder besser verfügen kompatibel. Auch eine Kompatibilität der Gear S3 zu den Geräten von Apple und iOS wird es geben. Bitte beachtet aber, das die vollständige Funktionalität bei Smartphones die nicht von Samsung stammen eventuell nicht vollständig gewährleistet ist.

IP68 Zertifizierung, MIL-STD-810G und Akku der Gear S3 

In der heutigen Zeit wern auch die Zertifizierungen immer wichtiger. So auch bei der Gear S3. Denn beide Versionen der brandaktuellen Smartwatch besitzen eine IP68 Zertifizierung, die im Detail Resistentheit gegen Wasser und Dichtheit in Bezug auf Staub gewährleistet. Jedoch muss man bei der Wasserresistentheit ein wenig aufpassen. Denn die IP68 Zertifizierung belegt nur, das man das Gerät maximal 1,5 Meter tief für eine Dauer von 30 Minuten ins Wasser tauchen darf. Außerdem muss man auch auf die Art des Wassers aufpassen. Leitungswasser und Mineralwasser sollten kein Problem für die Gear S3 darstellen. Doch bei Chlorwasser und ähnlichem sollte man besser aufpassen. Sollte hier etwas passieren und sich das bei einer Reparatur herausstellen, bleibt ihr auf den Kosten sitzen.

Wer es noch ein bisschen sicher will, der wählt die Gear S3 Frontier. Denn die Version der Gear S3 besitzt nicht nur die IP68 Zertifizierung sondern auch eine Zertifizierung nach MIL-STD-810G. Die MIL-STD-810G ist eine Norm des US-amerikanischen Militärs, welche Testbedingungen für militärische Ausrüstung definiert. Dies entspricht jedem Umwelteinfluss, die militärischer Ausrüstung ausgesetzt ist. Zum Beispiel Hitze, Kälte, Temperaturschock, Feuchtigkeit, Vibrationen, Schallwellen u.v.m. Hier könnt ihr Euch die Testbedingungen etwas näher anschauen. 

Akku der Gear S3 classic und Gear S3 Frontier

Beim Akku bzw. Der Kapazität des selbigen, hat sich etwas getan. Denn bei der Gear S2 hatte Samsung noch einen Akku mit 250 mAh verbaut. Bei der Gear S3 classic und Gear S3 Frontier sind es etwas mehr als 50%. Denn hier ist der Akku auf 380 mAh angewachsen. Laut Samsung kann somit eine Akkulaufzeit von circa 4 Tagen erreicht werden. Dieser Wert bezieht sich meiner Meinung nach aber auf den geringsten Bedarf mit über Nacht eingeschaltetem Offline Modus usw. Realistisch sind meiner Meinung nach eine Akkulaufzeit von circa 2 bis 2,5 Tage wenn man die Gear S3 ganz normal ohne irgendwelche Energiesparmaßnahmen betreibt.

HERE WeGo ab sofort für die Gear S3 verfügbar

Wie wir Euch bereits in einer normalen News mitteilten, gibt es sogar schon die Navigationsapp HERE WeGo für die Gear S3 ab sofort zum Download. Mit der App könnt ihr Euch bequem am Handgelenk durch die Städte navigieren lassen. Durch die turn by turn (Kurve für Kurve) verpasst ihr keine Stelle mehr an der ihr abbiegen müsst. Außerdem werdet ihr durch eine Vibration der Smartwatch zusätzlich darauf hingewiesen. Außerdem gibt es eine Vorschau bei Richtungsänderungen und die Möglichkeit der Navigation für Fußgänger als auch Autofahrer. Das Ziel könnt ihr außerdem per Tastatur auf der Gear S3 eingeben, suchen oder das Ziel per S Voice in die App einsprechen.

Fazit

Wer eine echt gute, schicke und edle Smartwatch sucht, und dabei keine Kompromisse eingehen will, der ist bei der Gear S3 classic besonders gut aufgehoben. Wer eher nicht auf das klassische und edle steht, sondern eher rustikal unterwegs ist, der wählt besser die Gear S3 Frontier. Beide Versionen vereinen, die Designsprache von Samsung gepaart mit einer absolut guten Ausstattung und sind es einfach Wert eine der Smartwatches zu besitzen. Beide Smartwatches gefallen mir persönlich sehr sehr gut, wobei ich eher zur klassischen Version tendiere. Alles in allem muss es aber jeder selbst wissen, denn mit 399€ sind beide Uhren nicht gerade günstig auf dem Markt. Außerdem scheint die Verfügbarkeit der beiden Smartwatches sehr „selten“ zu sein. Solltet ihr Euch eine der beiden Smartwatches zulegen wollt, dann geht ihr am besten über den Samsung Onlineshop.

 

amazon.de Top-Angebote aus Elektronik & Foto
  • Es gibt nur leichte unterschiede zur Gear S2. Die Einstellungen sind etwas genauer. Man hat eine Bessere Statusleiste und man bekommt angezeigt wie lange das gerät noch etwa lädt. Aber das meiste ist noch recht gleich geblieben.

    • Hallo Kirai,

      da hast du Recht. In dem nächsten Tage werde ich auch noch einen Vergleich der Gear S2 classic und der Gear S3 classic anfertigen.

      Gruß Chris

    • Ich war gestern so frei und konnte dieses Gerät das erste mal bei Berlet testen.

    • Kein Problem Kirai

    • Das Gerät ist zusätzlich auch deutlich größer als der Vorgänger.

    • Das steht auch in dem Review drin, das die Gear S3 deutlich größer ist als die Gear S2. Habe ja sowohl Gear S2 als auch Gear S3 hier.

    • Joar. Hab auch beide verglichen können. Ich besitz ja die S2

  • iHarry

    Hallo, ich bekomme bei eingehenden Mails oder Wahtsapp keine Vibration an der Uhr. Einstellungen mehrmals geprüft und verändert. Eine Idee?

    VG

    • Chris

      Hallo iHarry,

      funktioniert die Vibration seit Beginn nicht oder erst seit kurzem? Gruß Chris.